Jubiläumsinterview mit Ralph Schlemper

 

Hallo Ralph. Schön, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir starten mit der ersten Frage: Wie lange bist du schon bei BLECHER und wie bist du ins Unternehmen gekommen?

Mein erster Arbeitstag hier war der 19. Juli 1997. Das sind jetzt schon mehr als 10.000 Tage. Bei BLECHER wurde wer zur Unterstützung in der Verwaltung gesucht. Bewerbung fertig gemacht, kurzfristig zum Vorstellungsgespräch nach Bad Laasphe eingeladen worden und ich hatte den Job.

Erinnerst du dich noch daran, wie dein erster Arbeitstag ablief?

Eigentlich nicht so wirklich. Ich bin eingestellt worden für die Reklamationsbearbeitung, das wusste ich beim Einstellungsgespräch zum Beispiel noch gar nicht. Das hat damals Dietmar Fuchs gemacht und den sollte ich unterstützen. Viel Ahnung von Fenstern hatte ich damals nicht. Woran ich mich erinnern kann: Der Umgang hier war sehr locker, herzlich und auf Augenhöhe. Das kannte ich so bis dahin nicht aus dem Arbeitsleben.

Wie hat sich denn dein Aufgabenbereich im Laufe der Zeit verändert?

Mein Start hier war wie gesagt in der Reklamationsbearbeitung, später bin ich mehr und mehr in die allgemeine Verwaltung übergegangen und mich mit so alltäglichen Dingen wie Auswertungen etc. beschäftigt. In der Arbeitsvorbereitung war ich auch mal für ein paar Jahre und habe Aufträge erfasst. Die Zeit in der Abteilung war cool, wir waren ein klasse Team. Hier ist eine Wissensgrundlage vorteilhaft, was die technischen Bereiche betrifft. Irgendwann wurde für unsere IT ein Nachfolger gesucht und es war bekannt, dass ich mich in dem Bereich ein wenig auskenne. So bin ich dann mehr oder weniger in den Bereich IT gekommen und war plötzlich Ansprechpartner in Bereichen unserer IT. Das war und ist ein Aufgabenbereich, der mich schon Spaß gemacht hat und wo ich Freude dran hatte, auch heute noch habe. Vor vielen Jahren haben wir z. B. mal unsere Server getauscht. Freitag wurde noch regulär gearbeitet und dann wurden nach Feierabend die Systeme heruntergefahren und die Server ausgetauscht. Samstagmorgen waren die Systeme schon halbwegs wieder funktionsfähig, am Abend war das Projekt abgeschlossen. Verwaltung und Produktion konnten also Montagmorgen wieder arbeiten, als sei nichts gewesen. Heute würde das so alles gar nicht mehr ablaufen können bzw. dürfen. Heute mache ich viel im Bereich Marketing. So richtig definieren kann man das wohl nicht glaube ich. Mal ist es der Part, der da überwiegt, mal ist das der andere. Der Job ist vielfältig und bietet jeden Tag was anderes. Das freut mich!

Gibt es ein Projekt, auf das du besonders stolz bist?

Ich glaube, das würde ich anders definieren. Ich mache meinen Job gerne, komme fast jeden Tag tatsächlich gerne zur Arbeit, seit ich hier bin, weil die Leute einfach das Ding mit ausmachen. Stolz bin ich im Grunde darauf, Teil des Ganzen zu sein, da ich den Wandel bei uns miterlebt und natürlich auch begleitet habe. Ob das der Weg vom Nadeldrucker mit Endlospapier bis hin zu ELO ist, um papierlos zu sein, oder andere Dinge. Ein spezielles Projekt möchte ich hier konkret nicht benennen, wo ich mir auf die Schulter klopfen könnte, ich bin halt Teilhaber gewesen in meinem ganzen Dasein hier bislang, wie andere Kollegen eben auch, die alle ihr Päckchen dazu beigetragen haben, dass wir heute das sind, was wir sind. Und das macht mich schon stolz und ich glaube, das geht auch jedem anderen ein Stück weit so. Dazu gehören auch ganz einfach die Kollegen. Man kennt sich halt, in der Regel schon viele, viele lange Jahre. Mit manchen Leuten ist man hier alt geworden, auch wenn die Leute ja teilweise noch deutlich jünger sind als ich. Aber ich kenne sie halt von Tag eins. Tobias Roth zum Beispiel hat seine Ausbildung hier gemacht und ist heute Assistent der Geschäftsführung und Prokurist. Er hat seinen Weg gemacht und genauso habe ich auch andere Kolleginnen und Kollegen dabeigehabt, die ich von Tag eins kenne. Das macht dann schon Spaß. Unterm Strich sind es die Kollegen, die einen pushen und wo ich mich auch wirklich drauf freue.

Was hat sich in deiner Zeit bei BLECHER am meisten verändert? Und was ist gleichgeblieben?

Ich glaube, am meisten verändert hat sich hier die Arbeitsweise insgesamt. Früher mit Schreibmaschine und Karteikarten in der Verwaltung. Das hat sich extrem gewandelt. Heute hat jeder mindestens zwei Bildschirmschirme, kann übers Handy kommunizieren, Tablet, Notebook etc. Man ist digital unterwegs. In der Produktion wurden früher Fertigungsunterlagen gedruckt, heute sind wir papierlos dort. Das spart einige Paletten Papier, ist gut für die Umwelt und ist effizient im Ablauf. Was aber gleichgeblieben ist, dass man auf Augenhöhe miteinander ist. Du bist hier in einem Familienunternehmen, was, als ich angefangen habe, 80 bis 90 Leute hatte und heute sind wir ein Team von 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Unser Chef Christof Blecher weiß, mit wem er spricht, kennt die Leute. Man ist keine Personalnummer. Das ist ein Ding, was sich tatsächlich nie verändert hat. Hier ist immer schon ein offenes Wort auf ein offenes Ohr gestoßen. Das ist besonders wertvoll, gerade heute und das hat man bestimmt nicht überall.

Was war dein schönster oder prägendster Moment?

Ach du Welt.

Leg dich fest, jetzt.

Es gibt unwahrscheinlich viele schöne Momente. Emil Otto Blecher, würde ich sagen, war die prägendste Person für mich im Unternehmen. Er hat mir einfach immer imponiert. Er war ein Macher, wusste was er will, und der setzte das auch, mitunter sehr spontan, einfach um. Man konnte mit ihm reden, wenn was war. Er hat seine Dinge immer zielstrebig verfolgt, hat dabei aber nie das Gefühl gegeben, man stünde allein im Regen. Und ich glaube, das ist ein ganz großer Teil dieser Unternehmenskultur hier bei uns. Man ist kein Einzelkämpfer im Fall der Fälle. Das finde ich wertvoll und das ist so ein Ding, was er uns allen ganz gut mitgegeben hat.

Gibt es noch eine Anekdote, die du raushauen möchtest?

Nee, das würde den Rahmen sprengen. Da gibt es sehr viele Geschichten, aber auch viele Kleinigkeiten. In den fast 30 Jahren waren das ganz viele großartige Dinge, aber ich muss ja noch ein bisschen Luft lassen für meine Memoiren später.

Was wünschst du dem Unternehmen für die Zukunft?

Mindestens das gleiche wie bislang. Ganz großartige Mitarbeiter, die das Unternehmen auch genauso mittragen und nach vorne bringen, auf vielen Wegen, wie in den vergangenen Jahren auch schon. Ich wünsche dem Unternehmen auch, dass viele Dinge so bleiben, wie sie sind, nämlich das Miteinander zum Beispiel. Ich wünsche dem Unternehmen, dass man auch weiterhin auf Augenhöhe miteinander kommunizieren kann. Das wären so die Sachen, wobei ich aber auch felsenfest davon ausgehe und davon überzeugt bin, dass das ein Selbstläufer ist, wie in den Jahren davor halt auch.

Angenommen, wir feiern in 10 Jahren das nächste Jubiläum. Was hoffst du, wird sich bewahrt haben?

Ich würde mir wünschen, dass die Dinge sich auch weiterhin zum Positiven verändern. Und, dass wir auch in zehn Jahren immer noch so einen tollen herzlichen Umgang miteinander haben, so wie aktuell und so wie das schon seit vielen Jahren ist. Ich hoffe, es wird sich bewahrt haben, dass wir immer noch auf diesem familiären Unternehmensfeeling sind, auch wenn wir bis dahin vielleicht bei 300 Mitarbeitenden sind. Da steht die nächste Riege schon in den Startlöchern, was das Familiäre angeht. Damals, als ich angefangen habe, war Christof Blecher noch nicht in der Situation des Geschäftsführers und mit Jan Lukas Blecher ist das heute auch nichts anderes. Da würde ich mir wünschen, dass das genauso vom Handling her ist, wie es heute auch schon ist. Emil Otto Blecher hat das so gehandhabt, Christof Blecher hat das so gehandhabt über all die Jahre bislang und ich glaube, Jan Lukas Blecher wird das auch so handhaben über die Zeit hinweg, wenn er hier mal das Sagen hat.